Flicka stammt aus einem aufgelösten Streichelzoo. Sie kam über einen Schmied zu uns, der sich der überflüssig gewordenen Ponys annahm. Die Tiere waren in keinem guten Zustand: Den Sommer über in einem Kurpark über- und fehlernährt, verbrachten sie die Winter an Landwirte verteilt ausschließlich in feuchten, warmen Stallungen – was einige von ihnen dämpfig und rehekrank machte.
Flicka war 34 Jahre alt, als sie auf unseren Hof kam. Da sie fast blind war, hängte sie sich eng an Salomo, ihren „Riesenblindenhund“. Die beiden wurden unzertrennlich; nachts standen sie in einer gemeinsamen Box, tagsüber waren sie meist zusammen draußen.
Im Sommer 2012 wurde Flicka krank. Sie mochte nicht mehr richtig fressen und verlor rasch an Kraft. In nur wenigen Tagen wurde sie so schwach, dass sie die meiste Zeit lag – beschützt und bewacht von ihren beiden großen Weidegefährten Salomo und Prinz. Immer wenn wir die Weide verließen, gesellten sie sich zu ihr und blieben, bis wir wiederkamen. Erst dann gingen sie selbst weiden.
Eine Blutuntersuchung ergab Nierenversagen. Flicka frass gar nichts mehr. Wir ließen sie schweren Herzens einschläfern. Auch Salomo und Prinz trauerten sichtbar einige Wochen um sie.