Bennies Lebensgeschichte ist die von vielen braven kleinen Pferden ohne Papiere. Sie war billig, wechselte mehrfach die Besitzer und landete schließlich bei jemandem ohne Sachkenntnis. Man hatte von günstiger Robust Haltung gehört und glaubte, es reiche, das Pferd auf eine Wiese zu stellen – kein Stall, kein Ausmisten. Spätestens im Herbst verwandelte sich der Unterstand in einen Schlammplatz voller Kot und Jauche.
Aus einer chronischen Bronchitis wurde schließlich Dämpfigkeit – die Lunge dauerhaft geschädigt. Ihren letzten Winter verbrachte sie im Freien; der durchnässte, tiefzertretene Boden fror zeitweise durch und machte das Gehen nahezu unmöglich. Die Lunge so angegriffen, konnte sie sich nicht hinlegen und fraß Tag und Nacht – so wurde sie regelrecht fett. Die junge Besitzerin bat uns schließlich, sie aufzunehmen.
Bei uns angekommen, lag Benni wochenlang die meiste Zeit – sogar, wenn der Tierarzt kam. Unser Tierarzt riet, ihr Zeit zu lassen. Und er hatte recht: Bald sah man sie wieder mit den anderen über die Wiese ziehen. Die Dämpfigkeit aber blieb. Leider wurde Benni nur noch ein Lebensjahr bei uns geschenkt. Aber dieses Jahr genoss sie aus vollen Zügen – und kuschelte sich abends sichtlich glücklich ins frische Stroh.