Max kam am 26.4.26 auf unseren Hof. Nach dem Tod seines Partnerponys baten uns seine Besitzer, ob der Haflinger, der schon 31 Jahre war, nicht zu uns könne, da man die
Pferdehaltung aufgeben wollte. Nun, eigentlich wollten wir kein weiteres Pferd aufnehmen, eigentlich waren wir voll. Aber dann erfuhren wir, in welch schlechten Zustand dieser Haflinger war. Max drohte zu verhungern. Wie so viele alte Pferde war er dass Opfer des Irrglaubens, das alte Pferde abmagern, weil sie alt sind, dass das normal sei. Da unsere Boxen belegt waren, boten wir an, ihn zu übernehmen, sobald unsere Ponys auf die Sommerweide, die sogenannte Almwiese wechselten. Bis dahin wollten ihn seine Eigentümer auf einem Pferdehof unterbringen. Auf dem Hof war man sich einig, dass es besser wäre, dieses Pferd zu schlachten. Es würde sich ja doch nicht mehr erholen. Auch wollte es nicht mehr richtig fressen, ließe sein Futter stehen.
Wir besuchten Max dort und waren erschrocken, als wir ihn sahen. In den zwei Wochen, die er dort war, war er noch mehr abgemagert. Das arme Pferd konnte kaum mehr laufen, da neben dem Fett sogar seine Muskeln aufgezehrt waren. Leider wissen immer noch viele Pferdehalter nicht, dass
alte Pferde mehr Fürsorge und anderes Futter brauchen als junge Pferde. Füttert man sie altersgerecht, gibt ihnen Ruhe und Liebe, dann magern sie nicht ab.
Da man uns erzählte, dass Max sich aufgegeben hätte – und so wirkte er auch auf uns, dass er den Lärm, die Hektik auf dem Pferdehof nicht vertrug, beeilten wir uns, alles auf unserer Almwiese so herzurichten, dass er zwei Wochen eher als geplant zu uns konnte, Bis dahin aber mussten wir ihn kräftig zufüttern. Unsere Helfer Aylin und Tim wechselten sich ab, ihm zusätzlich zu der Futterration vom Hof, mitttags mit Futter zu versorgen und ihn „anzuweiden“ So kam er wieder ein wenig zu Kräften und wir konnten den Fußmarsch zu unserer Almwiese wagen.
Schon nach wenigen Tagen blühte Max richtig auf. Wenn er uns mit dem Wagen den Berg hochfahren sieht, steht er mit strahlenden Augen oben und wieherte uns erwartungsvoll entgegen. Er, der angeblich seinen Futtereimer nicht anrührte, macht sich nun mit sichtlichem Genuss über seinen Brei her und hebt den Kopf nicht eher aus seinem Futtertrog, bis er auch das letzte Krümelchen aufgeleckt hat. Dann wandert er zu seiner Weide und genießt das frische Grün. Wenn er dann wirklich einmal satt ist, sucht er seine Hütte auf und beobachtet von dort aus die anderen Ponys.
Ja, Max hat sich schon nach sechs Wochen total verändert. Wir wünschen ihm noch viele schöne, friedliche Monate.

