Csipi

Csipi

Tierart
Hund
Rasse
Pulimischling
Geboren
2013
Geschlecht
Hündin
Bei uns seit
August 2024

Biografie

Csipi wurde in Ungarn geboren und hatte offenbar einmal ein strenges, aber auch liebevolles zuhause. So entwickelte sie sich zu einem freundlichen, weltoffenen Hund, der alle Menschen und alle friedlichen Hunde mag.
Dann, mit etwa acht Jahren, verlor sie ihr Zuhause und wurde in ein ungarisches Tierheim gebracht. Wer die dortigen Verhältnisse kennt, weiß: Sie sind mit deutschen Tierheimen in der Regel nicht zu vergleichen. Es fehlte an Futter, Sauberkeit und Liebe. Csipi verstand die Welt nicht mehr. Warum durfte sie nicht nach Hause? Immer wieder drückte sie ihre kleine Schnauze verzweifelt durch die Gitterstäbe.
Dazu hatte Csipi eine angeborene Rückenerkrankung. Morgens bereitete ihr das große Schmerzen, so dass sie kaum laufen konnte. Auf Rücksicht ihrer Zwingergefährten durfte sie dabei nicht hoffen. Woche um Woche verstrich. Ihr Fell verfilzte und verklebte.
Nach einem halben Jahr erbarmte sich die Tierschutzorganisation Notpfote (animal rescue) ihrer und brachte sie nach Deutschland auf eine Pflegestelle. Dort musste sie erst gebadet werden; der Geruch war so furchterregend, dass der Pflegefamilie regelrecht schlecht wurde. Anschließend musste man sie regelrecht aus ihrem verfilzten Fell herausschneiden. All das ertrug Csipi ohne jede Abwehraggression, ohne Knurren oder Schnappen.
Man dachte, eine so freundliche kleine Hündin würde schnell ein neues Zuhause finden. Aber weit gefehlt. Niemand meldete sich. Zwei Jahre lebte Csipi auf der Pflegestelle und war schließlich 11 Jahre alt, als sie im WDR bei „Tiere suchen ein Zuhause“ vorgestellt wurde. Auch hier blieb eine Anfrage aus. Niemand wollte einen alten, schwarzen Hund mit Rückenproblemen.
Im Sommer 2024 war gerade unser Hund Asti gestorben. Wir erzählten einer lieben Freundin, dass wir gerne wieder einen Hund hätten, aber noch keine Vorstellung davon, was für einer es sein würde. Wir hatten Jesus um einen passenden Hund gebeten. Herkunft, Alter, Rasse und Farbe waren uns dabei egal.
Jene Freundin hatte Kontakt zu Notpfote und erzählte uns von Csipi. Wir zögerten nicht lange: Wenn unser Herr meinte, Csipi sei der richtige Hund, brauchten wir nicht weiter suchen.
Als man sie uns brachte, zitterte sie. Sie hatte es gut gehabt auf der Pflegestelle und spürte nun, dass etwas nicht stimmte. Die Trennung fiel auch der Pflegefamilie schwer. Csipi war verunsichert, aufgeregt und durcheinander.
Schon am Nachmittag desselben Tages kam unsere Tochter mit dem kleinen Malteser Balou, der fremde Hunde eigentlich gerne anraunzt. Csipi aber schloss er sofort ins Herz – und sie ihn. Auch die Enkel fand sie toll. Und unsere Katzen begrüßten sie gleich mit einem dicken Kuss auf die Nase.
Csipi lebt nun bei uns. Trotz ihrer trüben Augen und ihrer Rückenprobleme ist sie ein fröhlicher, lebenslustiger Hund. Ihre ausgeprägte Trennungsangst weicht langsam. Sie scheint verstanden zu haben, dass sie ein endgültiges Zuhause gefunden hat.
Obwohl wir auf ihre Behinderung Rücksicht nehmen müssen, können wir uns keinen Hund vorstellen, der besser in unsere jetzige Lebenssituation passt. Unser Herr hat unsere Bitte erhört und – wie so oft – einen ausgewählt, den keiner wollte, der aber so einzigartig wertvoll ist. Csipi ist ein Hund, den man einfach lieben muss.