Miro kam am 20. Maerz 2021 über den Pferdeschutzverein KOMET zu uns. Er ist ein Haflinger mit vollen Papieren, doch über seine ersten 9 Lebensjahre ist nichts bekannt. Wahrscheinlich wurde er für eine Fohlenschau gezüchtet, dort für ungeeignet befunden und auf einer Haflingerauktion versteigert.
In den folgenden Jahren wechselte Miro mehrfach den Besitzer: ein Wanderreiter, dann zwei junge Frauen. Jedes Mal wurde er nach einigen Jahren abgegeben – teils wegen seines extremen Klebens am Partnerpferd, teils wegen seines zunehmenden Pflegebedarfs. Fehlende Zähne, ständiger Gewichtsverlust und Unruhe führten zu immer neuen Besitzerwechseln.
Bei uns angekommen, war er erstaunlich gelassen. Er fand schnell Gefallen an seinem Futter und erholte sich sichtlich – unser Tierarzt nannte ihn bald liebevoll „Miro Nimmersatt“. Im Sommer blühte er auf der Almwiese richtig auf.
Doch als wir ihn im Winter in den Stall holten, kehrte seine Trennungsangst zurück. Er wurde in seiner Box zunehmend unruhig, fiel manchmal in Panik. Wir fanden für ihn eine Pflegestelle auf dem Hof einer Tierärztin – mit freiem Auslauf, ohne Boxenhaltung. Wir baten unseren Herrn, dass er nicht allein fahren müsste. Und er wurde erhört: Im Transportfahrzeug wartete bereits eine kleine Stute namens Diwa auf ihn. Die beiden verstanden sich sofort und blieben bis zu Miros Tod zusammen.
Auf dem neuen Hof verschwanden die Panikattacken. Miro war glücklich. Doch nach wenigen Monaten erkrankte er, konnte nicht mehr laufen, und die Tierärztin musste ihn einschläfern. Miro starb inmitten seiner neuen Herde – seine geliebte Stute Diwa war bei ihm.