Nanni und ihre Gefährtinn Hanni lebten, wie man uns erzählte, bei ihren Besitzern in einem kleinen Reitbetrieb fuer Kinder. Als dieser mit seinen Ponys in einen anderen Stall wechselte, verschwanden die Besitzer spurlos – ohne die ausstehende Einstellgebühr zu bezahlen. 
Der Ponyhof nahm die beiden also gezwungenermaßen mit in den neuen Stall, wollte sie aber nicht behalten – schließlich waren sie schon 30 und 40 Jahre alt. Die Verpächterin des neuen Stalls wandte sich an den Pferdeschutzverein KOMET, um eine Lösung zu finden, zumal man vorhatte, die alte, völlig abgemagerte Hanni einzuschläfern.
Zufälligerweise riefen wir genau in diesem Moment bei KOMET an, um einen freien Platz zu melden. Frau Zur Mühlen zögerte nicht lange: Mit der Begründung, beide Ponys verdienen eine Chance, verhinderte sie den Tod der kleinen Hanni und vermittelte beide an uns.
Kaum auf unserer Almwiese angekommen, erkundeten die beiden ihr neues Heim – ruhig und interessiert, wie ein altes Ehepaar, das in ein neues Haus einzieht. Sie schauten in die Weidehütte, untersuchten das Heunetz, fanden den Wassertrog und schlenderten auf die Weide. Sichtlich zufrieden begannen sie Gras zu rupfen.
Nanni hatte am Kopf tiefe Schürfwunden, auch an der Stelle, wo bei Halfter und Trense ein Eisenring sitzt. Diese Wunden verheilten nach wenigen Wochen.
Ein Misstrauen gegen Fremde, die ihr über den Kopf streicheln wollen, ist geblieben. Heute lebt Nanni zusammen mit Fridolin, der ihr nach dem Tod von Hanni Gesellschaft leistet.